Raspberry Pi am Motorola Lapdock

Im Hinblick auf den leistungsfähigeren UDOO, der meine zukünftige Entwicklungsbasis werden soll, kam mir wieder das Motorola Lapdock in den Sinn, welches nach wie vor als Geheimtipp unter den Raspi-Enthusiasten gilt.

Raspberry Pi und Motorola Lapdock

Zwischenzeitlich war das Lapdock ein Ladenhüter und war so mit teils ca. 60 Euro überall günstig zu haben. Nachdem die Fans des Einplatinen-Computers aber Geschmack daran gefunden haben, gingen die Preise weit über 100 Euro. Für mein Exemplar mit deutschen Tastaturlayout musste ich ca. 85 Euro investieren. Das Lapdock wurde ursprünglich für ein Motorola Smartphone entwickelt. Eine gute Tastatur, das auch sehr gute Display und der Akku machten aus dem Smartphone ein Netbook.

Diese Kombination bietet sich auch für den Betrieb des Raspberry Pi an. Die Stromversorgung ist ausreichend und erlaubt bei mir sogar noch einen Arduino Nano Clone hinten ran zu hängen.

Im Weiteren gehe ich aber nur auf die Machbarkeit des Anschlusses ein. Wer mehr über die Tauglichkeit der Lösung als Notebook und über die Qualität des Lapdocks lesen will, dem empfehle ich den Artikel bei „Komputer mit K!„. Hier wird das Lapdock wirklich anschaulich vorgestellt.

Raspberry Pi und Motorola Lapdock

Lediglich der Anschluss des Raspi benötigt etwas Ideen. Das Motorola Lapdock besitzt einen USB Micro B Stecker und einen HDMI Micro Stecker. Zusätzlich steht noch ein USB-Hub mit 2 USB A Buchsen zur Verfügung. Alle Kabel und Adapter sind leicht zu bekommen.

Folgende Teile habe ich besorgt:

Das Lapdock prüft, ob ein Gerät am HDMI angeschlossen ist. Sobald hier ein Gerät gefunden wird, aktiviert es sich und gibt auch erst dann Strom an den USB-Anschlüssen aus. Leider sind daher nicht alle HDMI-Kabel tauglich. Erst nach mehreren Versuchen und einigen Recherchen wurde ich fündig und konnte das passende Kabel organisieren. Das HDMI-Kabel muss hotplug-fähig sein.

Generell sind zwar auch Kabel mit normalen HDMI-Steckern möglich, die scheinbar weniger problematisch bei der Auswahl sind, aber inklusive Adaptern wird dies sehr sperrig und da die Anschlüsse am Lapdock zu eng beieinander liegen, geht es dann nicht ohne ein Modding.

Der USB-Anschluss liefert 5V Spannung und kann so den Raspberry Pi mitversorgen. Da der Pi seinen Strom in den aktuellen Revisionen auch über den normalen USB-Anschluss beziehen kann, ist kein separater Stromanschluss nötig. Man kann so mit nur einem USB-Kabel Strom zuführen und die Peripherie vollständig nutzen. Für ältere Versionen gibt es Anleitungen zum Bau des dann notwendigen Kabels.

Raspberry Pi und Motorola Lapdock    Raspberry Pi und Motorola Lapdock

Lediglich Audio über HDMI muss konfiguriert werden. Dies ist mit wenigen Schritten erledigt:

  1. sudo vi /boot/config.txt
  2. hdmi_drive=2 <- aktiv setzen
  3. Reboot durchführen

Vorsicht ist auch beim Zuklappen des Displays zu walten. Nicht wegen des Motorola Lapdocks selbst – dieses ist sehr robust und macht wirklich einen extrem guten Eindruck – sondern wegen des Strommanagements. Im aufgeklappten Zustand werden alle USB-Anschlüsse mit Strom versorgt. Im zugeklappten Zustand hingegen wird nur der Micro-USB versorgt, was eigentlich für den Ladestrom des Smartphones vorgesehen war. Der USB-Hub ist dann stromlos. Leider gibt es hier aber einen unschönen Effekt – der Strom wird bei ca. 45° Neigungswinkel kurz komplett getrennt, was den Raspi dann leider „rebootet“.

Um im Idealfall nicht nur kurzzeitig auf das Stromkabel verzichten zu können, sondern generell nicht noch ein zusätzliches Netzwerkkabel zu benötigen, greife ich auf WiFi zurück. Der WiFi-Dongle von Edimax EW-7811Un erweist sich hier als pflegeleicht. Dieser war mit dem Tool von Raspbian innerhalb von 2 Minuten einsatzbereit. Der Treiber ist bereits integriert.

Der WiFi-Dongle machte aber direkt am Raspi Probleme und verursachte ein Hängen im Bootvorgang. Am USB-Hub des Lapdocks funktioniert dieser aber bestens.

Bei mir erwies sich der obere USB-Port am Raspberry Pi immer als sehr problematisch. Sobald man hier etwas einstöpselte, war ein Reboot die Folge. Aktuell habe ich am unteren Port den Arduino, oben ist die „Nabelschnur“ zum Lapdock und am Lapdock, wie beschrieben, der WiFi-Dongle. Dies funktioniert absolut prima.

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